Geschwister-Scholl-Tag 2017

Schulfahrt nach Aalten, NL            Gedenkstätte Museum Markt 12


Website: http://www.markt12.nl

Geschwister-Scholl-Tag 2015

 „Erinnerungskultur“:

Die 8b auf Spurensuche jüdischen Lebens in Ahlen

Am diesjährigen Geschwister-Scholl-Tag wollte sich die Klasse 8b auf die Suche nach Spuren jüdischen Lebens in Ahlen und Umgebung zu begeben. Zuvor hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht über jüdische Geschichte, Religion informiert und in Kleingruppen Kurzvorträge vorbereitet. Dank des „Geschichtskoffers“, den sich die Klassenlehrerinnen von der Villa ten Hompel in Münster ausleihen durften, konnten die 8b ihre Vorträge mit Anschauungsobjekten wie z.B. einer Kippa (jüdische Kopfbedeckung) oder dem Modell einer Thora (Schriftrolle) anschaulich und lebendig gestalten. Zudem konnten die 24 muslimischen Schülerinnen und Schüler Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Islam erklären, sodass ihre Klassenlehrerinnen durch sie viel dazu lernten.

 

Am 2. Februar 2015 führte uns Herr Manfred Kehr im Rahmen des Ahlener „Kulturrucksack“- Angebotes bei eisigen Temperaturen zu verschiedenen Orten, an denen früher jüdisches Leben stattgefunden hat. Unser Stadtrundgang startete am jüdischen Mahnmal in der Klosterstraße. Hier konnte uns Herr Kehr schon viel über die jüdische Geschichte der Stadt Ahlen erzählen. Anschließend zeigte er uns die Stolpersteine vor dem Haus, das einst die jüdische Schule beherbergte.  Das Schicksal der Familie Moszkowicz, an das die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Messingtafeln in der Kosterstraße erinnern wollen, hat uns alle zutiefst berührt. Herr Kehr erklärte uns, dass die Stolpersteine vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnsitz der ermordeten Juden angebracht worden sind und es mittlerweile in über 300 europäischen Städten Stolpersteine gibt. Wir besichtigten auch noch die Stolpersteine an der Westenmauer, die an Angehörige der Familien Spiegel und Tint erinnern. Dort erfuhren wir, dass der Lehrer Adolf Tint auch nach Schließung der jüdischen Schule noch jüdische Kinder unterrichtete – nämlich in seiner Wohnung. So mancher von uns wird in Zukunft bestimmt viel mehr auf die Stolpersteine in unserer Stadt achten.

 

Am Sigmund-Spiegel-Platz berichtete uns Herr Kehr von den schrecklichen Verbrechen der Nazis in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10.November 1938. In dieser Nacht wurde der jüdische Mitbürger Sigmund Spiegel von gewalttätigen Nationalsozialisten zu Tode gehetzt. Heute erinnert eine Mahntafel, die auf Augenhöhe an einer Häuserwand angebracht ist, an das unfassbare Ereignis.

Ein weiterer Höhepunkt unserer „Spurensuche“ war der Besuch der ehemaligen jüdischen Synagoge in Drensteinfurt. Hier konnte uns Frau Omland viel über das frühere jüdische Gotteshaus berichten. Zudem durften sich die Schülerinnen und Schüler selbständig in dem alten Gebäude umsehen und weitere Informationen mit Hilfe von Forscheraufträgen einholen.

 

Die Klasse 8b hat an diesem Tag viel über jüdisches Lebenund über das traurige Schicksal der jüdischen Mitbürger in Ahlen undDrensteinfurt gelernt. Wir bedanken uns bei Herrn Kehr und Frau Omland und nicht zuletzt auch bei Frau Mende von der Stadtbücherei – dank ihr konnten wir uns zwischendurch ein wenig in den Räumlichkeiten der Bücherei aufwärmen!

                                                                                                                   2.2.2015

Unterschiede bereichern die Stadt –

„Frühstück der Kulturen“ in der Fatih-Moschee

 

 Ahlen. Zu einem „Frühstück der Kulturen“ trafen sich am Montag Mitglieder der Fatih-Moschee im Herbrand mit Schülerinnen und Schülern der Geschwister-Scholl-Schule, die im Sommer ihren Abschluss machen werden. Eingeladen waren zu dem interreligiösen Dialog auch der katholische Stadtpfarrer  Dr. Ludger Kaulig, Bürgermeister Benedikt Ruhmöller und Vertreter der Ditib-Moschee. Die „Frühstücksrunde“ wollte ein Zeichen setzen gegen religiöse Intoleranz und für die Verbundenheit der Kulturen.

 

Metin Ates begrüßte die Gäste des Moscheevereins mit den Worten, er sei „glücklich, in Ahlen geboren zu sein.“ Diese Stadt sei einBeispiel dafür, wie verschiedene Kulturen miteinander kommunizieren. Dass diese friedliche Koexistenz längst nicht alltäglich sei, betonte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller. „Woanders ist das, was wir heute praktizieren, nicht normal.“  Wegen der Unterschiede in Kultur und Religion würden an vielen Orten der Welt Verbrechen verübt. Das Zusammenleben in Ahlen folge der Maxime,„dass wir jeden achten, der seine Religion friedlich wahrnimmt.“ Dieses müsse über die Grenzen der Stadt hinaus für ganz Deutschland gelten.

 

Pfarrer Ludger Kaulig räumte ein, mit dem Begriff „Toleranz“ zu ringen. Ihm gehe dieses nicht weit genug, da es nur so viel wie „dulden“ bedeute. Der Geistliche warb für eine positivere Herangehensweise. „Ich mag die Unterschiede und genieße die Vielfalt, die für mich ein Zugewinn ist.“ Mit Neugier wollen auch die Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule anderen Menschen und Kulturen begegnen, sagte Sprecher Mert Türkoglu. „Jedes`Anders-Sein` macht das Leben doch bunt!“ appellierte er im Namen seiner Mitschüler an die Anwesenden.

 

Die Klasse 10 B-2 der städtischen Hauptschule besuchte aus Anlass des „Geschwister-Scholl-Tages“ Ahlens zweitgrößte Moschee. Hans und Sophie Scholl zeigten Zivilcourage, „als die Freiheit und Entfaltung des einzelnen Menschen in Gefahr war“, sagte Türkoglu. „Gemeinsam mit den geistlichen Vertretern der muslimischen und christlichen Religion in unserer Stadt Ahlen möchten wir heute ein Zeichen setzen und uns zum Frieden bekennen,uns gegen Terror und Gewalt aussprechen und für Demokratie, Freiheit und Toleranz eintreten.“ Demokratietraining und Streitschlichtung zeigten den GSS-Schülern, dass ein Zusammenleben ohne Gewalt funktionieren kann.